Die Schweiz braucht den sozialen Frieden. Er hält die Gesellschaft zusammen und sorgt für einen Ausgleich. Bricht er, dann zerbricht die Schweiz mit ihm.

Die Schweiz ist ein Erfolgsmodel. Vor hundert Jahren war die Schweiz ein ärmlicher Agrarstaat und heute ist sie einer der reichsten Staaten in der Welt.
Die Schweiz ist nicht durch Rohstoffe, sondern durch den Fleiss und die Weitsicht ihrer BewohnerInnen reich geworden.
Der Erfolg der Schweiz basiert auf einen ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag.
Unter dem Druck der des aufsteigenden Nationalsozialismus erkannten unsere Grosseltern, dass es an der Zeit war, die Geschlossenheit im Inneren herzustellen.
Die ArbeitgeberInnen und ArbeitgeberInnen gingen aufeinander zu und schlossen Frieden. Anstatt sich zu bekämpfen, entschlossen sie sich für den Konsens. Der bis heute andauernde Arbeitsfrieden, ist nicht zu unterschätzender Standortvorteil.
In den 1930er wurde die Grundlage zur Konsensdemokratie geschaffen. Eine neunzigjährige Phase der sozialen Unrast ging zu Ende und macht einer von Konsens getragen Basisdemokratie platz.
Der soziale Frieden ist mehr als die Gesamtarbeitsverträge. Er basiert auf der stillschweigenden Übereinkunft, dass die gesamte Gesellschaft an wirtschaftlichen Erfolg beteiligt wird. Zur guten Schweizer Art gehört es, dass nach politischen Auseinandersetzungen, der unterlegen Partei Konzessionen gemacht wird. Ein Trostpflaster, das Emotionen glättet und die Verlierer wieder ins System einbindet.
Jeder gibt etwas und jeder bekommt etwas.
Mit dem sozialen Frieden ist die Schweiz gut gefahren.
Mit dem Abtritt der Aktivdienstgeneration ist der soziale Friede immer brüchiger geworden. Wird er weiter überstrapaziert, dann bricht er.
Es ist ein Gebot der Stunde, den sozialen Frieden zu retten. Dazu gehört die Überwindung der politischen Spaltung und ein klares Bekenntnis der Arbeitgeber zur Sozialpartnerschaft.
Es ist an der Zeit, dass die Parteien zur Sachpolitik zurückfinden.
Den sozialen Frieden gibt es nicht umsonst. Er ist keine Option, er ist eine Grundvorsetzung für das Wohlergehen der Schweiz.
Ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt was passiert, wenn der soziale Frieden verloren geht.
Was vor achtzig Jahren geschah, kann sich jederzeit wiederholen.

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