"Kauft nicht bei den Juden..!!" Ein Boykottaufruf gegen Israel weckt unschöne Erinnerungen und entpuppt sich als perfide Diffamierungskampagne.

BDS ist das Kürzel für Boykott, Desinvestition und Sanktionen und ist eine internationale Kampagne, die am 9. Juli 2005 von palästinensischen Nicht-Regierungsorganisationen initiiert wurde. Diese rufen auf zu „...Boykott, Desinvestment und Sanktionen gegen Israel bis es mit Internationalem Recht und den Prinzipien der Menschenrechte übereinstimme “. Seit diesem Aufruf hat sich die Kampagne weltweit, vor allem aber in Europa zu einem antiisraelischen Flächenbrand entwickelt.

Zuerst Delegitimation...
In der Schweiz finden sich vor allem in den Filialen von Coop und Migros periodisch Aufkleber auf israelischen Produkten, die zum Boykott aufrufen. Diese auf den ersten Blick etwas unbeholfene Aktion entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als millionenschwere Kampagne, welche die Delegitimation Israels und letztendlich die Tilgung des jüdischen Staates beabsichtigt. Der Forderungskatalog von BDS enthält Begriffe wie "Kolonialisierung" und "Apartheid" und entbehren damit jeglicher historischer Grundlage. Angestrebt wird der Abbau der Mauer, sowie die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge. Angesichts der Tatsache, wie viele Menschenleben vor terroristischen Übergriffen bewahrt werden konnten bedeutet ersteres blanken Zynismus und letzteres würde das Ende des jüdischen Staates bedeuten.

...dann Vernichtung
Etliche Wasserträger aus dem humanistisch motivierten pro-palästinensischen Lager, so beispielsweise die Schweizer Hilfswerke HEKS und Caritas sind sich möglicherweise dieser letzten Konsequenz ihres Handelns nicht bewusst und unterstützen diese niederträchtige Kampagne in der Überzeugung "Gutes zu tun". Aus geistlicher Sicht folgen sie damit demselben Geist, der vor 80 Jahren die Vernichtung der Juden beabsichtigte. Einmal mehr dokumentiert die aktuelle Problematik rund um Israel die Bedeutung historischer Ignoranz und medialer Desinformation. Die Früchte dieser Mechanismen sind nicht zu unterschätzen, so wurde vor einigen Tagen im 20 Min eine Umfrage publiziert, die (obschon nicht unbedingt repräsentativ) in erschreckender Deutlichkeit die antiisraelische Gesinnung der Schweizer belegt.

Sogar Kulturboykott
Leider macht die Kampagne auch vor kulturellen Belangen nicht halt, so wird beispielsweise auch zum Boykott gegen israelische Orchester aufgerufen. Besonders eklatant ist aber der Boykottaufruf gegen CULTURESCAPES. Diese alljährlich einer anderen Kulturlandschaft gewidmete Veranstaltung befasst sich mit Traditionen, Riten und Brauchtümer aus Regionen, die durch eine gemeinsame Geschichte und durch eine gemeinsame Kultur geprägt sind. 2003 zum ersten Mal als Festival in Basel initiiert, ist CULTURESCAPES zu einer festen Institution in der Basler und Schweizer Kulturlandschaft geworden. 2011 wird CULTURESCAPES die israelische Kreativszene in der Schweiz präsentieren. Durch den Boykottaufruf sind nun offenbar schon mehrere Partner und Sponsoren abgesprungen, so dass im Extremfall die ganze Veranstaltungsreihe abgesagt werden müsste.

Wenn man sich mit BDS befasst fällt auf, mit welcher Leidenschaft die Feinde Israels zu Werke gehen. Sie sind gut organisiert, motiviert und haben quasi aus dem Nichts die Initiative ergriffen. Wie steht es um unsere Leidenschaft für Volk und Land Israel einzustehen?

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