Neoliberale Konzepte haben versagt. Das haben die letzten Monate gezeigt. Ein Wirtschaftkonzept für die Zukunft stellt die Ressourcenproduktivität ins Zentrum.

In den letzten Wochen konnte ich in den Medien immer wieder lesen, wir Grüne hätten keine Wirtschafts-kompetenz und deshalb in der Krisensituation einen schwierigen Stand, weil den Leuten ihr Job näher liege als die Umwelt. Über solche Äusserungen kann ich nur den Kopf schütteln. Wer Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen will, muss auf den Atomausstieg setzen. Wer eine Wirtschaft für die Zukunft will, muss die Ressourcenproduktivität ins Zentrum stellen. Neoliberale Konzepte haben versagt, das haben uns die letzten Monate einmal mehr deutlich vor Augen geführt.
Zum zweiten Mal in drei Jahren müssen die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler der Wirtschaft unter die Arme greifen. Es macht mich wütend, wenn ich dann höre, wie die Propagandisten neoliberaler Weisheiten, wie zum Beispiel FDP Präsident Fulvio Pelli und der SVP-Allmächtige Christoph Blocher, weiter verkünden, dass wir noch mehr Egoismus und noch mehr Selbstverantwortung, noch mehr Deregulierung und noch mehr Steuererleichterungen brauchen. Und dies obwohl es nachgewiesenermassen die Regellosigkeit und die ungezügelte Profitgier des Finanzsektor waren, die uns die Finanzkrise ohne Ende beschert haben.

Es sind auch die gleichen Leute, die gegen einen Atomausstieg sind. Ich weiss nicht, wieso sich immer noch das Gerücht hartnäckig hält, Wirtschaftsliberale und Konservative verfügten über Wirtschaftskompetenz. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ihre Wirtschaftskompetenz vor allem darin liegt, eine Wirtschaftspolitik zu verhindern, die eine gerechtere und fairere Gesellschaft will. Wenn sie über Wirtschaftskompetenz verfügten, wüssten sie nämlich, dass unsere Rohstoffe beschränkt sind und unsere Erdölvorräte zur Neige gehen. Wer tatsächlich über Wirtschaftskompetenz verfügt, setzt auf ein ressourceneffizientes Wachstum.
Die Ressourcenproduktivität muss unser neues Leitmotiv sein. Wir Grüne haben mit unserer Initiative für eine grüne Wirtschaft ein realistisches Konzept für den Umbau der Wirtschaft vorgelegt. Wir können damit unsere aktuellen Probleme lösen. Wenn wir die vorhandene Energie effizienter einsetzen, braucht es keine Atomkraftwerke. Wir unterliegen auch weniger dem Diktat der internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte. Und wir schaffen damit neue Jobs, neue Chancen, neue Märkte, neue Ideen, neue Produkte.
Die Schweiz kann ein Pionierstaat werden für eine grüne Wirtschaft. Wir können zu einem Lead-Market für grüne Technologien werden. Warum sollte uns nicht gelingen, was einem Land wie Finnland bei der Mobil-telephonie gelang? Im internationalen Wettbewerb wird es in Zukunft von ausschlaggebender Bedeutung sein, inwiefern es uns gelingt, die Ressourcenproduktivität in Zukunft zu erhöhen.

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