DRG Studie - Droht diese Entwicklung auch in der Schweiz?

Die Redia-Studie (Ergebnisse einer prospektiv medizin-ökonomischen Langzeitstudie 2003-2011) von Wilfried von Eiff et al, erschienen beim LIT Verlag Münster, ist die bislang einzige Studie zu Langzeitauswirkungen des Fallpauschalensystems auf die med. Leistungdanforderungen und Kosten in der Rehabilitation.
Daten von 2290 Patienten in 27 ausgewählten Reha-Einrichtungen wurden erfasst. Die Auswahl der Patienten erfolgte zufällig, es sind sowohl KK-als auch Rentenversicherungspatienten repräsentiert.
Die Studie zeigt, dass seit Einführung des DRG die Zahl der Betroffenen gestiegen ist, die bei der Aufnahme in die Reha einen deutlich verschlechterten Gesundheitszustand aufwiesen.
Seit 2004 liegen Patienten in Deutschland erheblich kürzer im Krankenhaus. Ursache ist die pauschal pro Behandlungsfall abgerechnete Leistung. Die Krankenhäuser haben darauf mit minimal-invasiven Eingriffen und Verkürzung der Akutverweildauer reagiert. Mit dem Ziel, die Kosten pro Patient zu senken.

Die Anzahl der Pat., die nicht direkt an der Physiotherapie teilnehmen konnten (wegen noch bestehenden starken Schmerzen und geklammerten Wundnähten z.B. nach Hüftoperationen) stieg von 5,6 auf 39,4%. Der medikationsaufwand nahm erheblich zu. Häufig werde zudem die Thromboseprophylaxe unterbrochen und die Wundversorgung erfolgte nicht fachgerecht, verursacht durch ein unzulängliches Verlegungsmanagement vom Krankenhaus in die Reha mit häuslichen ÜBERGANGSZEITEN.

Es waren im Jahr 2003 z.B. 1,8 % der Herz-Kreislaufpatienten von Komplikationen während der Übergangszeit betroffen,
2010 bereits 10 x so viele.
Das sind NUR EINIGE die unüberlegten Folgen der ÖKONOMISIERUNG DES GESUNDHEITSWESENS.
Näheres unter ISBN 978-3-643-11095-4.

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