Welches sind aus Ihrer Perspektive die drei grössten Problembereiche der Schweiz?

Von fern habe ich immer die Schweizer Konsensfähigkeit bewundert. Auch hat mich die Methode der Volksabstimmung beeindruckt. Jetzt nach 11 Jahren (wieder) vor Ort allerdings scheint da einiges abhanden gekommen zu sein, ausgetrickst und lahmgelegt, schade.
Und jeder redet überall mit, ohne es vertiefen zu können, das finde ich oft auch nicht ausreichend fundiert. Die Rechten und die Linken blockieren gelegentlich lange vorbereitete Geschäfte und bringen sie zu Fall. Viel Mühe umsonst: Jüngstes Beispiel: die 11. AHV-Revision.

Apropos Sozialwerke: Die IV ist bereits in arge Schieflage geraten, hat sich bei der AHV verschuldet. Das kann nicht gutgehen, die AHV steht auch bald kurz davor, denn immer weniger Berufstätige werden in naher Zukunft für immer mehr Bezüger einzahlen müssen. Die BDP setzt sich für eine automatische Schuldenbremse auch bei den Sozialwerken ein, um diese für die Schweiz ausserordentlich wichtigen Institutionen auch für künftige Generationen zu erhalten. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not, wir können nicht dauernd mehr ausgeben, als wir einnehmen.

Zum Thema Gesundheit: Die Eigenverantwortung der Versicherten / der Patienten muss erhöht werden. Es ist sinnvoll und gerechtfertigt, dass die Versicherten nicht nur von der Solidarität profitieren, sondern auch ihren Teil der Verantwortung konkret und spürbar übernehmen. Managed Care Modelle sind bei richtiger Ausgestaltung durchaus geeignet, in dieser Richtung einen Beitrag zu leisten. Die Versicherten können aber frei wählen, ob sie im Rahmen von MC-Modellen gewisse Einschränkungen (z.B. keine freie Arztwahl mehr) in Kauf nehmen wollen, dafür aber günstigere Prämien haben, als jene, die alle Freiheiten behalten wollen. Auch sollten Anreize geschaffen werden, bei gesundheitsbewussten Verhalten und eigener Prophylaxe mit Prämienermässigung belohnt zu werden.

Zum Thema Familie: Auch in einer modernen Gesellschaft bleibt das Modell Familie die Basis. Dabei wird aber zunehmend nicht nur die traditionelle Form eine Rolle spielen, sondern auch neue Familienmodelle. Die BDP sagt deshalb Ja zur Förderung familienunterstützender und schulbegleitender Tagesstrukturen, weil sie überzeugt ist, dass diese infolge veränderter Lebensbedingungen einem Bedürfnis entsprechen. Familien, die wegen Erwerbsverpflichtungen nicht in der Lage sind, tagsüber flexible Betreuungsstrukturen für ihre Kinder und Jugendlichen bereitzustellen, muss geholfen werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ist in der Schweiz noch nicht optimal erfüllt. Das zeigt der Umstand, dass 4! von 10 Frauen mit guter Ausbildung kinderlos bleiben. Familienmüttern soll die Rückkehr in ihren erlernten Beruf auch nicht zusätzlich verunmöglicht werden.
Auch aus sozioökonomischer Sicht ist dies sinnvoll: der Wirtschaft entgehen sonst unverzichtbare, gute Arbeitskräfte.
Es braucht neue Kräfte, die sachlich nach Kompromissen über die Parteigrenzen hinweg suchen. Wir müssen die Blockaden lösen und das Land vorwärts zu bringen. Auf der Basis von stabilen Werten, sich stützend auf Bewährtes und gleichsam liberal und nachhaltig vorwärts denkend. Und in jeder Frage wieder neu & sachlich und ideologie-frei.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Atomenergie»

zurück zum Seitenanfang