Deflationsgefahren

In der ökonomischen Debatte gelten Deflationen in der Regel als schwerer beherrschbar als Inflationen. Während sich Preissteigerungen durch Hochzinspolitik und Sparprogramme in der Regel erfolgreich abwürgen lassen – wenn auch um den Preis von Arbeitslosigkeit und wachsender Armut -, kann Deflationsbekämpfung mittels einer Politik des billigen Geldes leicht verpuffen, wenn die Banken sie zur Sanierung ihrer Margen nutzen und zugleich Kredite knapp und teuer halten. Sinkende Preise erhöhen den Realzins wie auch die Last der Schulden zusätzlich – der privaten wie der öffentlichen - und schränken damit fiskalpolitische Spielräume weiter ein. Statt den Banken billiges Geld zur Verfügung zu stellen sollte die Notenbank ein zinsfreies Milliardenprogramm zur Erhöhung von Arbeitslosenunterstützung und AHV einsetzen und schon wäre die Deflationsgefahr gebannt. (Nach S. Wagenknecht, Kapitalismus im Koma, „Deflationsgefahren“ 2003).

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