Wo ist der Platz für die Energiewende?

Bisher wurde in der Energiefrage vor allem von den privaten Haushalten und den Unternehmen gefordert Sie sollen ihre Dächer zur Verfügung stellen und Solaranlagen bauen. Dabei vergessen wir jedoch wer der grösste Immobilienbesitzer und gleichzeitig auch der grösste Stromverbraucher im Land ist: der Staat.

Die beiden grössten Stromverbraucher im Land sind SBB und Swisscom. Beide gehören teilweise dem Bund. Gemeinden, Kantone und der Bund besitzen neben Spitälern, Polizeiposten, Feuerwehmagazinen, Kultur- und Sportzentren sowie Verwaltungsgebäuden auch die Schul-, Universitäts- und Turnhallendächer. Riesige Flächen (ETH Zürich besitzt 200 Gebäude mit 420‘000m2 Dachfläche und baut jedes Jahr 5‘000m2 dazu) stünden zur Verfügung ohne das Private oder die Unternehmen etwas abgeben müssten. Es kann nicht mehr sein, dass die Politik stets mehr fordert und selber Nichts zur Verfügung stellt.

  1. Würde jede Gemeinde bis 10‘000 Einwohner 100 m2 (ab 10‘000 Einwohner für weitere 10‘000 Einwohner zusätzliche 100 m2) Dachfläche kostenlos zur Verfügung stellen, damit die Energiekonzerne oder Private, welchen der Denkmalschutz eine Solaranlage auf dem eigenen Dach verbietet, eine Solaranlage bauen könnten, würde innerhalb kürzester Zeit Strom für rund 12‘000 Menschen zugebaut werden. Die Baukosten würden die Energiekonzerne, welche stets behaupten vermehrt in erneuerbare Energien investieren zu wollen, tragen und die Gemeinden verlieren nur ungenutzte Dachfläche.
  2. Die SBB als grösster Stromverbraucher im Land besitzt rund 750 Personenbahnhöfe in der ganzen Schweiz. Ein normales Perron ist rund 7 Meter breit und mehrere 100 Meter lang. Bei Durchschnittlich drei Perrons (Zürich HB besitzt alleine über 10) hätten wir eine Fläche von 1,5 km2 zur Verfügung welche Strom für bis zu 65‘000 Menschen liefern könnte. Wäre auch nur die Hälfte dieser Fläche nutzbar (die SBB besitzt zusätzlich Rangierbahnhöfe, Stellwerke und Verwaltungsgebäude) könnte die Stadt Thun problemlos mit reinem Solarstrom versorgt werden.

Swisscom, Post und vor allem die Armee besitzen nochmals Dachflächen um eine Stadt wie Bern mit Solarstrom zu versorgen (das zweitgrösste Verteilzentrum der Post in Genf ist 125‘000 m2 gross und könnte Strom für 5‘000 Personen liefern).

Das neuste Projekt, den Bau von Solarzellen auf 750km Autobahn zeigt einen weiteren Weg wie auf einfachste Weise unser Land die Energiewende schaffen kann.

Die Ideen sind da jetzt müssen Sie aber umgesetzt werden. Egal wie lange der Weg auch sein wird man muss zuerst den ersten Schritt tun.

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