Die Keynesianische Konjunktursteuerung (deficit spending) ist am Ende!

Die keynesianische Konjunktursteuerung, die inzwischen selbst in der deutschsprachigen Wirtschaftswissenschaft ein zaghaftes Akzeptanz-Comeback erlebt (in der amerikanischen hatte sie immer ihren Platz) mag sympathischer sein als das Abwürgen jeder konjunktureller Regung durch dümmliche Austeritätspolitik. Wahr ist aber auch: Staatliches deficit spending ist die profitkonformste Antwort auf das kapitalistische Nachfrageproblem: Es ist einer der wenigen Wege, Nachfrage zu schaffen, die im Prozess der Kapitalverwertung nicht zugleich als Kostenfaktor in Erscheinung tritt. Anders als aktive Lohnpolitik oder steuergelenkte Umverteilung von oben nach unten schmälert sie die Renditen nicht, sonder schafft, im Gegenteil, auf Steuerzahlers Kosten eine zusätzliche rentable Anlagesphäre für das private Kapital.
Wenn die Schulden allerdings in erster Linie daher stammen, Unternehmungen und Vermögende immer mehr von Steuern zu entlasten, ist an solcher Politik kein Hauch mehr progressiv.
Die Schuldenmacherei stösst heute zudem in den USA und in Europa wegen der Gefahr von Staatsbankrotten an ihre Grenzen.

Keynesianische Konjunkturpolitik (deficit spending) ist definitiv kein Ersatz für reale Verteilungskämpfe! (Nach S. Wagenknecht, Kapitalismus im Koma, „Steuerdrama, x-ter Akt“, 2003).

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