Warum will die SVP keinen Bundesrat mehr stellen?

Die Initiative, die die Volkswahl des Bundesrates verlangt wurde von der SVP eingereicht. Wenn der Bundesrat vom Volk gewählt werden würde, bedeute dies, dass nur noch Personen in den Bundesrat kommen können, die über ein Vermögen von mehreren Millionen Franken verfügen, denn ein durchschnittlicher Bürger könnte sich einen nationalen Wahlkampf schlicht nicht leisten. Beinahe niemand könne sich ausserhalb seiner Heimatregion präsentieren.
Ausserdem würden von den Polparteien selbstverständlich nur die "Hardliner" aufgestellt, denn diese vertreten die Meinung der Partei am pointiertesten. Es entstünde ein Gremium aus sieben Personen, die niemals als Team funktionieren könnten und es wäre kaum ein Entscheid ohne Eklat möglich.
Doch würde die SVP überhaupt noch im Bundesrat vertreten sein? In diversen Kantonen hat die SVP keinen Regierungsmitglied. Dies liegt daran, dass die Regierungswahlen im Majorsystem durchgeführt wird, so wie nach der Initiative auch der Bundesrat gewählt werden soll. Denn SVP-Kandidaten gelingt es jeweils ausserordentlich gut, die eigene Basis zu mobilisieren, doch ausserhalb der Parteigrenzen holen sie kaum stimmen, was dazuführt, dass sie das absolute Mehr von 50 Prozent nicht erreichen und somit nicht gewählt werden. Genau so würde es auch bei einer solchen Bundesratswahl herauskommen, denn ein SVP "Hardliner" würde kaum von der Hälfte der Schweizer gewählt.
Einmal mehr sorgt die SVP für viel Spektakel mit einer Initiative, die sie selbst wohl am wenigsten möchte, da ihr die eigene Initiative am meisten schaden würde. Will die SVP wirklich vom hochgelobten Volk in die Opposition geschickt werden?

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