Das Problem ist, dass lieber rasch Symptombekämpfung betrieben wird, als die Wurzel des Übels zu suchen.

Von der einen Seite heisst es, dass Gewalt darstellende Spiele unsere Kultur zerstören, uns verdummen, uns aggressiv machen. Auf der anderen Seite wird ein RTL-Beitrag, der Besucher einer Game-Messe der Lächerlichkeit preisgibt und sie diffamiert, mit aller Macht und Wucht bekämpft, als liesse sich dadurch irgendetwas verbessern. Auch wenn die Reaktion gezeigt hat, dass sich die Spieler nicht alles gefallen lassen und sich wehren möchten: Der Sender hat wohl kaum etwas daraus gelernt, sondern noch profitiert.

Fakt ist: Beide Vorgehensweisen sind nichts anderes als Symptombekämpfung und somit ungenügend, wenn nicht sogar klar falsch.

Das wahre Problem liegt in der fehlenden Medienkompetenz der Nicht-Gamer, der mal latenten, mal offen gelebten ablehnenden Haltung gegenüber Spielen (genährt durch bewusste und gezielte Fehlinformation von Seiten der Spielegegner), kurz: Es liegt an der fehlenden Brücke zwischen Gamern und Eltern, Lehrern, Aussenstehenden, und an denjenigen, die diese Brücke bewusst verhindern wollen.

Nur durch ein Umdenken im Umgang mit Games und Gamern, durch eine offene und faire Diskussion, durch ehrliche und differenzierte Information können wir diesem komplexen Thema gerecht werden.

Jegliche Totalverbotsversuche gehen komplett in die falsche Richtung und senden überdies ein inakzeptables Signal für die Zukunft: Wenn wir einem neuen Medium, einem weitgehend unbekannten Phänomen begegnen, welches von Vielen skeptisch betrachtet wird - jedoch gerade wissenschaftlich immer noch umstritten ist -, würgen wir es einfach ab und verbieten es komplett, bevor wir versuchen, es zu verstehen und es in unsere Gesellschaft zu integrieren. Niemand kann behaupten, dass das eine Art der "Lösungsfindung" ist, die er oder sie tatsächlich gutheissen und unterstützen kann.

Lange Rede kurz: Ein Totalverbot von Spielen mit Gewaltinhalten (oder auch das oft angestrebte Verbot auf Raten "durch die Hintertür", wie z.B. mit Weitergabeverboten oder Indizierungen wie in Deutschland), ist falsch, nicht durchsetzbar und darf nicht weiter angestrebt werden.

Doch genau ist jede/r Gamer/in gefragt, sich aktiv einzubringen und einen kleinen Teil ihrer Zeit zu nehmen, um den Stand ihres Hobbys zu verbessern: GameRights bietet mit online- und offline-Projekten, welche in Kürze öffentlich lanciert werden, genau den Grundstein der gemeinsamen Kommunikation: Aussenstehende können sich einfach und schnell, oder nach Wahl auch intensiver mit Experten vor Ort fundierte, kritische aber auch ehrliche (!) Informationen holen. Und wer nur eine Frage oder eine Unklarheit hat, findet im bereits verfügbaren öffentlichen Teil des GameRights-Forums viele erwachsene Gamer und Experten, welche gerne Auskunft geben.

Denn schlussendlich müssen wir gemeinsam eine Lösung finden, die fair und zukunftsorientiert ist, und uns nicht von subtilen Ängsten leiten lassen.

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