Fehlkonstrukt Euro: Wer bezahlt die Zeche? Dass unser Schweizer Franken einen derart hohen Kurswert erfährt, ist nicht das Resultat einer Schwäche

Dass unser Schweizer Franken einen derart hohen Kurswert erfährt, ist nicht das Resultat einer Schwäche, sondern vielmehr die Folge der relativen Stärke unseres Landes. Und da das Grundproblem nicht hausgemacht ist, kann also die dramatische Frankenstärke auch nur dort gelöscht werden, wo alles den Ursprung hat: Im Euro- und im Dollarwirtschaftsraum. Ich spreche hier bewusst nicht von einer Überbewertung des Schweizer Frankens, auch wenn dessen hoher Kurs unsere Exportwirtschaft in arge Nöte bringt. Denn: Lebte der Euro nicht von Anfang an über seinen Verhältnissen? Hat nicht die Realität der inhomogenen europäischen Staaten den Euro endlich eingeholt? Wer gab je die Rechtfertigung, weshalb der Euro seit seinen Anfängen auf hohen Werten zwischen 1,50 Fr. und 1,70 Fr. lag? Und das mit offensichtlichen wirtschaftlichen Dauerproblem- ja Pleitekindern wie Griechenland, Spanien, Portugal, Italien – und von den Staaten der Osterweiterung kann schon gar nicht gesprochen werden! Deutschland als europäischer Wirtschaftsmotor kann da doch nicht als einziger die Kohlen aus dem Feuer holen…

Dass der Euro ein Fehlkonstrukt ist, bezweifeln fast nur mehr Funktionäre der EU sowie Führungspolitiker, welche sich in ihrer Kaste aus Räsongründen und Mitverantwortung gegenseitig schützen und der Bevölkerung das wahre Ausmass des Desasters vorenthalten. Die Eurozone war eine Fehlkonstruktion, weil die Maastricht-Kriterien von Ländern wie Italien oder Belgien von Anfang an nicht eingehalten wurden. Man hat versucht, in Europa ein Dollar-ähnliches System aufzubauen. Das Ergebnis ist, dass beide Währungen aufgrund ihrer Fehlerhaftigkeit gegen den Schweizer Franken völlig abgestürzt sind.

Für den Bürger interessanter ist allerdings, wer die Zeche für dieses Fehlkonstrukt zahlt, wenn es weiter am Leben gehalten wird. Dies ist bereits Gegenstand eines Verteilungskampfes, der heftig tobt. Es könnten die Banken zum Handkuss gebeten werden. Schliesslich waren sie es, die den überschuldeten Staaten das Geld nachgeworfen haben, um hohe Zinsen zu kassieren. Die wahrscheinlichste Variante ist aber, dass die Steuerzahler wegen wohlbekannter Alternativlosigkeit der Politiker für die Rettung der Pleitestaaten zur Kasse gebeten werden, sei es über weiter steigende Steuern oder Einschnitte bei Sozialleistungen. Denn: haben die Politiker nicht im Steuererhöhen und Sozialabbau am meisten Übung?

Hans Peter Bucher
SVP Kantonsrat und
Nationalratskandidat

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