Liberale Rezepte für einen starken Wirtschaftsstandort Schweiz

Die Schweiz ist Opfer ihres eigenen Erfolgs. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten hat sie eine tiefe Staatsverschuldung und erfreut sich einer tiefen Arbeitslosigkeit, einer moderaten Steuerbelastung und einer hohen politischen Stabilität. Der Franken ist dadurch zu einem sicheren Hafen für die verunsicherten Anleger geworden. Doch unsere Exportwirtschaft leidet massiv unter der Überbewertung des Frankens.
Als Gegenmassnahme werden von der Nationalbank nun massive Interventionen gefordert. Unsere Nationalbank, so hab ich es zumindest während meines Wirtschaftsstudiums gelernt, hat den Auftrag, die Inflation tief zu halten und Preisstabilität sicherzustellen, wovon die Schweizer Wirtschaft bisher stark profitiert hat. Die Nationalbank muss unabhängig agieren können und darf nicht von der Politik beeinflusst werden. Würde zum Beispiel der Franken an den Euro angebunden, würden die tiefen Schweizer Zinsen auf das Niveau des Euro-Raumes steigen. Der Verlust des Zinsvorteils brächte für die gesamte Schweizer Wirtschaft langfristig wesentlich höhere Kosten als die momentane Frankenaufwertung.

Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Arbeitsplätze zu erhalten, gibt nur einen Weg: Unser Land muss noch fitter, noch effizienter werden. Dazu braucht es einen Frontalangriff auf die staatlich beeinflussbaren Produktions- und Handelskosten mittels folgender Massnahmen:
• Abbau der Bürokratie: KMU mit einer konsequenten Entbürokratisierung auf einen Schlag von 10-12% ihrer Kosten entlasten. Unterschreiben Sie die Bürokratie-Stopp-Initiative der FDP!
• Günstige Steuersätze senken die Produktionskosten und stärken die Wettbewerbsfähigkeit im globalisierten Umfeld. Heute befindet sich die Schweiz nur noch im internationalen Mittelfeld. Darum muss mit der geplanten Unternehmenssteuerreform III vorwärts gemacht wird.
• Die Einführung des Einheitssatzes bei der Mehrwertsteuer brächte Unternehmen grosse Einsparungen, denn die Abrechnung mit drei verschiedenen Steuersätzen verursacht administrative Mehrkosten von schätzungsweise 58 Millionen Franken pro Jahr.
• Abschluss von Freihandelsabkommen mit aufstrebenden Märkten wie China, Indien, Indonesien oder Russland fördern den Export und senken die Abhängigkeit von EU und USA.

Zudem müssen wir Massnahmen zur Förderung der Innovation treffen und ausreichend Mittel für die Bildung und Forschung bereitstellen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Ein Ausbau des Arbeitsrechts und der Lohnnebenkosten muss z80
wingend verhindert werden, um unserer Wirtschaft nicht noch mehr Kosten und Hindernisse aufzubürden.
Der starke Franken hat auch Vorteile, denn Importe sollten billiger werden. Hier sind Preisüberwacher, Bundesrat und auch die Konsumenten gefordert, Druck zu machen.
Schwächt sich der überbewertete Franken später einmal wieder ab, werden wir dank dieser Fitnesskur viel wettbewerbsfähiger sein und neue Arbeitsplätze schaffen können. Machen wir aus der Not eine Tugend!

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