Grüne Wirtschaft statt Tourismus

Die grösste globale politische Herausforderung sind nicht die Schulden der USA und verschiedener EU Länder, sondern die globale ökologische Verschuldung. Seit etwa dreissig Jahren lebt die Menschheit nicht von den Früchten der Natur, sondern zerrt am Naturkapital. Für die Produktion, der in einem Jahr von der Menschheit verbrauchten Ökodiensleistungen braucht die Erde ein Jahr und sechs Monate. Wir leben auf Pump! Nur weil die Ökosysteme so träge reagieren, müssen wir noch nicht die volle Rechnung zahlen.

Die OECD prognostiziert eine globale Verdreifachung des Wirtschaftsvolumen bis 2050. Mit der heutigen Wirtschaft führt dies zur Verstärkung der Abholzung von Urwälder, Verseuchung der Meere durch immer waghalsigere Erdölförderung, übernutzte unfruchtbare Böden und dazu noch eine dramatische Klimaveränderung. Als Folge muss statt für das Wohlbefinden der Menschen immer mehr Geld für die Kompensation von Ausfällen der Ökodiensleistungen verwendet werden.

Weil sie nicht am eigenen Ast sägt, erlaubt die grüne Wirtschaft langfristig einen höheren wirtschaftlichen Wohlstand. Die grüne Wirtschaft wird deshalb über kurz oder lang zum dominierenden Wirtschaftsmodel. Dies bedeutetet, dass grüne Produkte immer stärker nachgefragt werden, während umweltfeindliche Produkte mehr und mehr Restriktionen erfahren werden.

Deshalb, Herr Bundesrat Amman, bitte nicht Geld in den strukturschwachen Tourismus verbuttern sondern die grüne Wirtschaft stärken. Damit sichern wir einerseits unsere eigene künftige Wettbewerbsfähigkeit, tragen anderseits dazu bei die echte globale Wirtschaftskrise vorzubeugen.

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