Anti-Auto, die Urbane Politik der Schweiz

Es gibt keinen dankbareren Gegner in der Schweiz als der Autofahrer. Er dient sowohl als Milchkuh sowie auch als Prügelknabe. Er ist das Feindbild Nummer 1 - Egal wo man vorfährt muss man sich dümmliche Sprüche wie “Hausfrauenpanzer“ , “Seniorenhochsitz“, “Spritfresser“, “Raser“ usw… anhören. Die Zeiten für uns Gross- bzw. Kleinstadt-Cowboys sind wahrlich schwer geworden. In einem Land welches sich mit Toleranz schmückt und rühmt werden unsägliche Saiten aufgezogen, Kratzer im Lack, Rotz auf der Haube, diffamierende Kleber auf den Scheiben und Schimpftiraden werden als selbstverständlich angesehen. Woher kommt er, dieser Auto-Hass in unserem Land? Was bewegt die Weltverbesserer dazu rot zu sehen?

Die beliebtesten Mittel den Autofahrer zu ärgern sind: A) Unnütze Initiativen, B) Künstliche Steuern, C) Grundlose Preiserhöhungen

A) Unnütze Initiativen

Stopp Offroader - Die Mogelpackungs-Initiative

Nicht überall wo Offroader drüber steht ist auch Offroader drin, das beste Beispiel ist diese Initiative in welcher zum Jihad gegen den Autofahrer aufgerufen wird. Nehmen wir mal die untenstehenden Eckpunkte…

Immatrikulierungs- und Importverbot aller Fahrzeuge mit: Mehr als 2,2 Tonnen Gewicht, mehr als 250g CO2/km, mehr als 2,5 mg Partikel/km (entgegen der Euro 5 und Euro 6 Norm), Frontpartie, welche ein übermässiges Verletzungsrisiko darstellt.
Die bereits immatrikulierten oder Ausländischen Fahrzeuge kriegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100km/h

In der Realität sieht das etwa so aus:

  • Importverbot von 650 Fahrzeugmodellen
  • 2/3 der verbotenen Modelle sind keine SUV’s oder Offroader wie sie auch von Unwissenden genannt werden sondern Kombis, Limousinen, Vans und Sportwagen
  • Importverbot von ganzen Marken (Ferrari, Lamborghini, Maserati, Bentley, Rolls Royce, Aston Martin, …)
  • Verbot von ca. ¼ aller Dieselmotoren
  • Künstliche Stau Erzeugung durch unterschiedliche Geschwindigkeiten Wie werden dann zukünftig Güter transportiert? Kriegt jedes Haus einen Bahnanschluss, damit wir auf LKWs verzichten können oder geht es etwa gar nicht um menschenfreundliche Autos sondern nur um das Verschleiern der Fehde gegen SUVs und Sportwagen?

Man untergräbt absichtlich die Handels- und Gewerbefreiheit mit dem Verbot von Fahrzeugmodellen bzw. Marken. Zudem ist man im Widerspruch mit dem WTO-Abkommen wenn man solche Verbote ausspricht – ähnlich wie uns die Politik verständlich macht, dass es Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Ausschaffungs-Initiative gibt, da man andere Gesetze und Abkommen mit Füssen tritt.

Da hören die Probleme aber nicht auf; eine weitere Reaktion wäre eine niedrigere Einnahme aus der MWST und den Motorfahrzeugsteuern (basierend auf den Q1 Zahlen 2008 wären das 100Mio). Dieses Geld wird nicht nur für den Strassenverkehr sondern für andere Infrastrukturen verwendet.
Der Automobilhandel würde ebenfalls erheblich leiden – finanziell wie auch personell. Warum wird der Bürger absichtlich in die Irre geführt?

Weitere unnütze Initiativen: Tempo 30 Innerorts (2001), Autofreier Sonntag (2003)

Tempo 30

Ist sinnvoll in der Umgebung von Schulhäusern z.B. aber nutzlos Innerorts generell – wenn es wirklich darum gehen würde die Fussgänger zu schützen würde man von diesen verlangen sich wieder mit Handzeichen bemerkbar zu machen und erst dann zu laufen, wenn die Autos still stehen.
Jedoch sieht man genau das Gegenteil, Leute welche die Kapuze ihrer dunklen Jacke weit ins Gesicht gezogen haben und dabei die Musik so laut, dass sämtliche Verkehrsgeräusche nicht mehr wahrnehmbar sind, laufen bei Abenddämmerung ohne zu schauen in die Fahrbahn – sie haben ja Vortritt und der Autofahrer Bremsen. Eine unhaltbare und lebensgefährliche Situation welche von der Politik eingeführt wurde, eine Prinzipienfrage wobei Leben nicht sonderlich wichtig sind – anscheinend.

Diese Initiativen sind extremistisch, ideologisch und unanwendbar

B) Künstliche Steuern & C) Grundlose Preiserhöhungen

Wussten Sie, dass bereits heute:

  • Die Hälfte des Benzinpreises in die Staatskasse fliesst
  • Autofahrende dem Staat pro Jahr 11 Mia. Franken an Steuern und Abgaben abliefern
  • 80% des Personen und Güterverkehrs auf der Strasse passiert
  • Auf jeden Neuwagen 4% Automobilsteuern erhoben werden und dass so 330 Mio. Franken im Jahr in die Staatskasse verschwindet
  • Die Automobilsteuer in Zukunft auf 8% gesetzt wird
  • Die Autobahnvignette bald 100 Franken kostet anstelle 40 Franken
  • Der Benzinpreis trotz entgegengesetzter Entwicklung immer teurer wird (http://www.politnetz.ch/beitrag/11273)

In der Realität heisst das, dass sich Steuern und Abgaben bis 2014 verdoppeln werden.
Es ist nicht wunderlich, dass die Kosten nach oben gehen. Zum einen will man saubere Autos mit wenig Verbrauch, zum anderen will man bald 50% der Mineralölsteuer für den ÖV nutzen, da der Benzinkonsum mit verbrauchsarmen Fahrzeugen weiter zurückgeht muss man an all den Abgaben drehen, damit der Autofahrer den ÖV weiterhin subventionieren kann.
Anstelle dieses Geld in die Strassen und konstruktive Projekte zu stecken rennt man Hirngespinsten und bürokratischen Monstern wie Umweltzonen und anderem hinterher.

Ich für meinen Teil unterstütze den Schweizer ÖV gerne, da man auf diesen stolz sein kann aber wenn ich dies tue dann in dem Fahrzeug das mir gefällt und mit dem ich Spass habe. Da brauch ich keine Panikmache und Weltuntergangsstimmung wie damals bei der Waldsterb-Debatte in den 80ern. Der Staat braucht mir nicht zu sagen was ich kaufen soll bzw. darf und was nicht!

Wer weniger Verkehr in den Städten möchte sollte sich für Park & Ride Lösungen einsetzen und nicht für Umweltzonen welche nichts bringen ausser das Gewissen etwas zu beruhigen (bsp. Deutschland). Grün verkommt zum Lebensstil und Modeerscheinung um seinen Neid und Hass zu maskieren. Es geht gar nicht darum andere Ansichten zu tolerieren und an konstruktiven Lösungen zu arbeiten sondern um die Verbreitung von Angst und einer Ideologie.
Aber dank dem Drang zu Regulierungswut in unserem Land will man alles verbieten was nicht durch eine schlaue Marketingkampagne als Retter der Welt hochstilisiert wurde. Diese rollenden Verzichtserklärungen welche bei der Produktion mehr Schadstoffe produzieren als ein normales Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Jene Autos welche ihr Strom aus AKWs beziehen welche kürzlich zum neuen grössten Übel gekürt worden sind. Jene Fahrzeuge die nur für das eigene Gewissen sind, nicht aber für die Umwelt. Wer die Technologie kennt, weiss wie Batterien hergestellt werden und was die Probleme bei der Herstellung, Anschaffung & Unterhalt sind. Die Zukunft liegt höchstens beim Wasserstoff, nicht aber bei Elektrik.

Hier mal ein paar Vorschläge

  • Keine Steuererhöhung auf Vorrat (Benzin, Automobil, Vignetten)
  • Keine Maut-Stellen/Road-Pricing in Städten & Autobahnen
  • Tempo 130 auf Autobahnen (Bei erhöhtem Verkehrsvorkommen 80)
  • Autobahn Ausbau auf 3 Spuren (bzw. Umwandlung des Pannen-Streifens)
  • Park & Ride Lösungen für Städte (Parkticket als Busfahrkarte)
  • Rechtsabbiegen bei Rot (wo möglich)
  • Keine Strafsteuern und Bevormundung bei der Auto-Wahl
  • Schwellen, Inseln und Pfeiler aus 30er Zonen verbannen
  • Theoretische Fahrprüfungen für Fahrradfahrer
  • Ausmerzung des “Kantöndli-Geists“ und Beamtenwillkür bei der MFK
  • Gratisparkplätze bei Einkaufszentren
  • Einführen von Handzeichen für Fussgänger

Mit einem besseren Verkehrsfluss und “schlauem Autofahren“ wird weniger Benzin gebraucht und die Belastung wäre tiefer.

Wo sind die Auto-freundlichen Parteien und Politiker?

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