Basispolitik - ver­ges­sene Freiwilligenarbeit z​um Wohle un­se­rer Demokratie

2011 ist das Jahr der Freiwilligenarbeit. Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, werden seit Monaten Schweiz weit geehrt. Beispiele dafür gibt es viele: So etwa Frauen, die regelmässig Besuche in Altersheim machen oder beim Roten Kreuz Fahrdienste übernehmen und Männer, die eine Jugend-Tanzgruppe ins Leben rufen oder das Osteressen der Kirchgemeinde zubereiten.
Der gemeinsame Nenner ist: Menschen sind da für Menschen, ohne dass Geld dabei eine Rolle spielt.

Dabei gibt es eine Gruppe Freiwilligen, die regelmässig vergessen wird: Die Politikerinnen und Politiker der Basis. Viele von ihnen verfolgen nicht primär eine politische Karriere. Sie hegen den Wunsch, sich aktiv für die Gesellschaft einzusetzen. In unserer direkten Demokratie, auf die wir zurecht stolz sind, beginnt Politik mit Knochenarbeit in der eigenen Gemeinde oder eben unbezahlter Freizeitb​eschäftigung im Dienste der Allgemeinheit.

Die Wahlbroschüren der Gemeindewahlen vieler Gemeinden beispielsweise werden von den Parteipräsidenten ohne Bezahlung erstellt. Ohne Broschüren könnten sich die Bürgerinnen und Bürger kein derart gutes Bild der Kandidierenden machen.
Auch fehlt vielen Ortsparteien das Geld, um die für unsere Demokratie wichtigen Politinformationen zu versenden. Deshalb werden mancherorts tausende Flyers von Hand verteilt - ohne Entgelt.

Zum Engagement an der politischen Basis gehört allerdings nicht nur eine gesunde Portion Idealismus, die Situation ist grundsätzlich schwieriger geworden in jüngster Zeit: Immer mehr Arbeit lastet auf immer weniger Schultern. Zudem ist politisches Engagement zuweilen undankbar: Es wird viel gefordert und hart kritisiert, aber die Arbeit gerne anderen überlassen.

Die Basispolitikerinnen und –politiker, die Plakate aufhängen, Standaktionen organisieren und Gemeindeversammlungen​ vorbereiten, werden es im Jahr der Freiwilligenarbeit nicht in die Schlagzeilen schaffen und auch keine Preise einheimsen. Es sei ihnen deshalb an dieser Stelle für ihre aufopfernde Arbeit zugunsten unserer Demokratie für einmal von ganzem Herzen gedankt.

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