Unter dem Titel „Der Weg zur leistungsorientierten Volksschule“ veröffentlichte die SVP unlängst ein Bildungspapier, dessen Lektüre mich erschaudern liess.

Darin wird das Bild einer Schule gezeichnet, das an militärische Drillschulen erinnert.„Zum Leisten gehört auch das beharrliche Üben“, steht da etwa geschrieben und Disziplin, Fleiss und Leistung werden als die zentralen Pfeiler des Lernens gepredigt. Wer sich mit Fragen des Lehrens und Lernens auseinandersetzt, weiss, dass erfolgreiches Lernen nicht nur von extrinsischer, also von aussen erzwingter Motivation abhängig ist, sondern ganz zentral auch von intrinsischer Motivation, also von Neugierde und dem Bedürfnis etwas Lernen zu wollen (Lernbegierde). Dieser Tatsache verschliessen sich SVP-Bildungspolitiker gänzlich. Eine Massnahme, welche die von der SVP gewünschte Leistungsorientierung unterstützen soll, ist beispielsweise die Wiedereinführung von Noten ab der ersten Klasse und ein Verbot für Schulexperimente ohne Noten. Auch hier verschliessen sich SVP-Exponenten vor Tatsachen. Seit Jahren wissen wir um die eingeschränkte Aussagegültigkeit von Noten und davon, dass Noten nur wenig mit dem wirklichen Leistungspotenzial von Kindern zu tun haben. Das Thema Noten ist scheinbar zu einem öffentlichen Tummelplatz für populistische Behauptungen geworden. Das ist schade, denn bildungspolitische Themen hätten eigentlich eine vertiefte und vor allem sachliche Diskussion verdient.

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