Mit und ohne Überfluss leben lernen. - Gar nicht so einfach.

‚Das BIP ist kein Mass für Glück‘ war der Titel eines bemerkenswerten Artikels eines Direktionsmitgliedes der Seco in der NZZ Online vom 26.5.11. Die Aussagekraft des Bruttoinlandprodukts (BIP) habe Grenzen, da es Leistungen gebe, die nicht bewertet oder messbar seien (u.a. nicht bezahlte Haushaltsarbeiten oder staatsnahe Dienstleistungen). Ein steigendes BIP werde zwar oft mit Wohlstand interpretiert. Trotzdem sei es kein Allerweltsmass für Glück und Zufriedenheit in einem Land, denn es mangle daran, dass z.B. Umweltschäden aus Produktionen nicht gemessen würden. Oder kritisch sei auch die Verschuldung von Staaten und Privaten, was zwar den Konsum ankurbeln, jedoch kein nachhaltiges Wachstum darstelle würde.

Wachstum sei nötig, um die Sozialwerke zu sichern. Was aber, wenn Wachstum nicht mehr selbstverständlich oder ‚machbar‘ ist. Unter ‚Fussabdruck‘ versteht man die Kosten, die eine Person durch den Verbrauch von Land und Energien verursacht. Demgegenüber werden Berechnungen angestellt, wieviele Ressourcen weltweit zur Verfügung stehen, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Analysen zeigen, dass viele Länder im Verhältnisse zuviel Energie verbrauchen und die Ressourcen demzufolge nicht reichen, falls andere Länder ihren Konsum erhöhen.

Wie kann es gelingen, massvoll mit den Ressourcen umzugehen? Wir leben im Paradies, viele können sich vieles leisten – auch weil die Nahrungsmittel und die Energiepreise günstig sind. Unsere Wirtschaft produziert Überschusse, wir sind eine Wegwerfgesellschaft geworden. Wir kommen mit der Sicherung von Arbeitsplätzen in den Clinch, wenn zu einer Rückbesinnung aufgerufen wird. Wie gelingt es uns, die Überschüsse im Interesse einer intakten Umwelt sowie einer gerechteren Verteilung zurückzufahren? Es ist Zeit, dass das Marketing andere Strategien findet. Weg von Konsum, Lust und Erfolg um jeden Preis.

Immaterielle Wertschöpfung. Für ein sinnerfülltes Zusammenleben der Generationen sind Verantwortungsträger aufgerufen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Es kann nicht sein, dass sich Leute durch Wertabschöpfung zulasten anderer bereichern. Die Investition in die nächsten Generationen hat zentrale Bedeutung. In unseren Kindern und Jugendlichen steckt ein grosses Potential. Diesen Power gilt es zu nutzen.

Fazit: Einer der Wege heisst ‚Zurück zu mehr Bescheidenheit‘… Der Einzelne darf sich dazu entscheiden.

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