Stell dir vor, es ist Schule und keiner geht hin! Was machen wir bloss gegen den Lehrpersonenmangel...

Der „Bildungsbericht Schweiz 2010“ zeigt auf: Der Anteil der über 50-jährigen Lehrpersonen hat in den vergangenen Jahren schweizweit zugenommen, die Altersstruktur im Lehrkörper ist unausgeglichen. Im Baselbiet sind derzeit rund 35 Prozent der Lehrpersonen auf der Volksschulstufe 50-jährig und älter. Die Altersverteilung variiert dabei stark bezüglich Schulstufe und Unterrichtsfach.
Die Alterung des Lehrpersonals kann zum Problem werden: Die altersbedingten Abgänge können kaum mehr mit den natürlichen Rotationen ersetzt werden, in der Folge entsteht ein Mangel an Lehrerinnen und Lehrern. Bereits in diesem Jahr ist es in der Nordwestschweiz für viele Schulen schwierig, alle Stellen adäquat zu besetzen.
Um die riesige Herausforderung dieses Lehrpersonenmangels meistern zu können, muss die derzeitige soziale Demontage des Lehrerberufs gestoppt werden. Über Lehrpersonen haben alle was zu sagen, schliesslich gingen wir alle einmal zur Schule – und die Liste der Vorurteile gegen den Berufsstand der Lehrpersonen ist lang: Ferientechniker, Jammerlappen oder Sätze wie „Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei“ sind zu hören! Da müssen wir uns nicht wundern, wenn kaum jemand mehr diesen Beruf ergreifen möchte! Das Image muss aufgewertet, der Beruf der Lehrperson wieder attraktiver werden!
Aus meiner Sicht sollten hierfür – neben der verkürzten Ausbildung für QuereinsteigerInnen - folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen werden: Schaffung von Karrieremöglichkeiten; MentorInnen für Junglehrpersonen; Ausbau der Gestaltungsfreiheiten; Förderung der Wiedereingliederung berufserfahrener Mütter und Väter; Reduktion der Pflichtpensen; Weiter- oder Zweitausbildung für Lehrpersonen, damit auf einer anderen Stufe unterrichtet werden kann; Abbau bürokratischer Verpflichtungen!

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