1. August – alles nur Kommerz?

Für was steht eigentlich der 1. August? Für die Gründung der Eidgenossenschaft im Jahre 1291, das dürfte praktisch jeder wissen. Aber wie stehen wir zu diesem Feiertag heute? Für wen ist es ein Tag der Besinnung, für wen einfach ein freier Tag?
Ich gebe es gerne zu, dass für mich der 1. August „nur“ Letzteres ist. Ich werde auch sicher nie eine Rede am Nationalfeiertag halten – was will man schon sagen? Meistens betonen die Politiker, wie viel die Schweiz erreicht hat und wie stolz man auf die Schweiz sein kann (Erfolgsgeschichte etc.), ohne gleichzeitig zu erwähnen, dass die Zukunft anspruchsvoll, aber zu bewältigen ist. Super. Ich frage mich, wie viele Personen hier zuhören. Die Bevölkerung hat Ängste – Arbeitslosigkeit, Zuwanderung, Zersiedlung, Kriminalität oder Umweltverschmutzung sind Dauerbrenner. Doch diese können am Nationalfeiertag nicht gelöst werden. Stattdessen wird der 1. August intensiv mit Feuerwerksverkauf, 1.August-Weggli und Würste vermarktet. Auch das Gewerbe muss ja leben.
Nutzen wir deshalb den arbeitsfreien Tag (was noch keine 20 Jahren so ist), um zu entspannen und bei diesem schönen Wetter unsere Heimat wandern zu erforschen. Kluge Politikersätze werden wir bis zum 23. Oktober noch genügend hören.

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