Die Welt im Dauerstress: durchschnaufen & etwas mehr Gelassenheit

Was? Das Bootsdrama am Bielersee ist schon ein Jahr her? Dazwischen war Amok-Rentner Kneuenbühl, das Blutbad bei einer Zwangsräumung in Schaffhausen und jetzt steht Andrina S. (21), die Ihren Vater erstach, in den Schlagzeilen. Selbstverständlich mit Oslo und Amy. Die Hungersnot in Afrika schafft es kaum in die Medien, Fukushima ist weg und die Vogelgrippe längst passe. Wer erinnert sich noch an Michael Jackson? Nach der Islandpleite, der Irland- und Griechenlandrettung fiebert die Welt dem drohenden Kollaps der US-Regierung entgegen. Erstaunlich, bei der Google Suche nach IWF steht Strauss-Kahn immer noch weit oben. Die Halbwertszeit einer Affäre ist doch länger, als gedacht. Ausser bei Berlusconi, der hat wegen seiner Ruby vorerst Ruhe. Dafür steht Italien am Schuldenabgrund.

Mubarak? Die grüne Welle im Iran? Oder Kachelmann? Nö, jetzt ist Libyen dran. Es beschäftigen uns immer noch die Finanzkrise und die Frankenstärke. Weg vom Fenster ist dafür die Vogelgrippe, Dioxin, H1N1 und Gurken aus Spanien. Langweilig wird es uns trotz Sommerloch nicht! 5000 Entlassungen bei der Credit Suisse, bei der UBS auch – aber man weiss noch nicht wie viele. Zwei Stunden mehr arbeiten, Atomausstieg, Ausschaffungsinitiative Umsetzen – aber wie? Bürger mehr überwachen und die National- und Ständeratswahlen stehen auch vor der Tür. Danach geht’s gleich mit Evelyn Widmer-Schlumpf weiter…

Was für ein Stress!

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, wie soll die Welt da noch den Überblick behalten? Wie sollen wir nicht in Panik verfallen?

Auf der einen Seite hat das Ganze einen gewissen Coolnessfaktor. Jeder von uns darf einmal sagen: „Ich lebte ein Leben am Abgrund. Wir waren live dabei, auf der Titanic“. Auf der anderen Seite verliert man leicht den Überblick. Was ist wirklich wichtig und was ist nur dringend? Was ist relevant und wo muss ich mir sorgen machen. Was kann ich beruhigt ignorieren und wo kann ich selbst etwas verändern.

Jeder von uns hat andere Prioritäten.

Was für den einen unerheblich ist, ist für den anderen ein Drama. Was Walter Wobmann für den Untergang unserer Zivilisation hält, kann für mich ein Zeichen der Entwicklung sein. „Recht“ hat wahrscheinlich keiner von uns beiden. Und die Sonne geht auch im Jahr 2013 jeden Morgen von Neuem auf.

Was meint ihr, sollten wir nicht einen alten Spruch über die Schweiz wieder ernster nehmen? Nur weil die Welt untergeht, heisst das noch lange nicht, dass wir Schweizer da mitmachen.

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