Atomenergie ist immer mit einem untragbaren Restrisiko verbunden.

Überraschend hat die BKW vor einigen Wochen mitgeteilt, dass das AKW Mühleberg 5 Wochen früher als vorgesehen abgeschaltet wird, um Massnahmen für die Sicherstellung der Kühlwasserversorgung realisieren zu können. Neue Erkenntnisse im Bereich der auf Extremsituationen ausgelegten Hochwasserszenarien (10′000 jähriges Hochwasser) haben ergeben, dass bei bestimmten Ausnahmesituationen eine Verstopfung des Einlaufbauwerks des SUSAN-Notstandsgebäudes durch das in der Aare erwartete Geschiebe nicht ausgeschlossen werden kann.

An diesem Beispiel lässt sich sehr schön die Problematik des Restrisikos von AKWs darstellen. Zum einen hat man die Problematik des Hochwassers in der Vergangenheit offenbar unterschätzt (Restrisiko menschliches Versagen), was bei einem Hochwasser ähnlich wie in Fukushima zu einem Super-Gau hätte führen können. Zum anderen wird auch auch nach der Realisierung der vorgesehenen Massnahmen ein Restrisiko bleiben. Wenn es 10′000-jährige Hochwasser geben kann, weshalb sollte es dann nicht auch ein 20′000-jähriges Hochwasser geben können (Restrisiko Natur)? Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit dafür klein, aber man weiss eben nicht, ob es nicht doch und wann es geschehen kann. Und wenn es geschieht, dass ist die Lehre aus Japan, kann es eben sehr rasch zur Katastrophe kommen. Dass Hochwasser im August 2005 war schliesslich auch völlig überraschend.

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