Entweder finden wir in dieser globalisierten Welt einen respektvollen und vertrauenswürdigen Umgang miteinander oder die Radikalisierung entwickelt sich weiter

Jede Tragödie kennt Ursachen. Wovon ich rede? Vielleicht von der Hungersnot in Somalia, der Staatsterror in Syrien, die wöchentlichen gewaltsamen Tötungen im Irak oder in Afghanistan. Wahrscheinlich aber haben sie sofort an Norwegen gedacht. Ebenfalls eine Tragödie von unbegreiflichem Ausmass. Was in unruhigen und instabilen Regionen beinahe zur Tagesordnung gehört, rüttelt in unseren eher friedlicheren Breitengraden ganz anders auf. Und führt uns wieder in tragischer Weise vor Augen, wohin Extremismus letztlich führt und wie schnell das Pflänzchen der Stabilität verletzt werden kann. Dies gilt sowohl für Rechts-, Links- wie auch religiös motivierten Extremismus. Es kann tausend Gründe haben, warum Menschen so radikalisiert werden. Im Falle von Norwegen scheint die radikale Gesinnung Richtung rechts und gegen Fremde und Ausländer zu gehen. Es liegt mir fern, die Politik als Alibi für diese nicht zu rechtfertigende Tat verantwortlich zu machen. Trotzdem ist es heute wieder salonfähig alles Fremde in populistischer Weise für die drückenden Probleme der Menschen als Sündenböcke zu diskreditieren. Dazu gehört auch die relativ vorschnelle Vorverurteilung von islamischen Drahtziehern für den Terror in Oslo. Auch die vermehrte persönlich gefärbte politische Auseinandersetzung auf Kosten der sachorientierten Debatten ist nicht förderlich für die demokratische Stabilität. Entweder finden wir in dieser globalisierten Welt einen respektvollen und vertrauenswürdigen Umgang miteinander oder die Radikalisierung wird sich weiterentwickeln, was mittel bis langfristig das Wesen der Demokratie gefährdet.

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