Mindestumwandlungssatz bei Pensionskassen - worum geht es eigentlich?

Letztes Jahr hat der Souverän die Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatz wuchtig verworfen. Nichtsdestotrotz wird im Bundesbern momentan die nächste Senkung vorbereitet. Missachtung des Volkswillen?
Mitnichten - man kann nicht durch Volkswillen etwas beschliessen, was sich nicht beschliessen lässt. Überspitzt formuliert ist es in etwa so, als würde beschlossen werden, dass der Rhein neu in verkehrter Richtung flussaufwärts zu fliessen habe.
Was ist denn eigentlich dieser Mindestumwandlungssatz? Dieser Satz wird im Pensionierungszeitpunkt mit dem angesammelten Alterskapital multipliziert --> daraus ergibt sich die jährliche Altersrente. Diese muss im Durchschnitt bis zum Tod des Rentenbezügers und seinen bezugsberechtigten Hinterlassenen ausreichen. Je kleiner der Umwandlungssatz, desto tiefer die jährliche Altersrente. Viele Pensionskassen haben schon heute einen Umwandlungssatz, der tiefer ist als im BVG vorgeschrieben. Da die Lebensdauer erfreulicherweise zunimmt, muss das Alterskapital im Pensionierungszeitpunkt länger reichen, tiefere jährliche Renten sind die logische Konsequenz.
Will man nun einen zu hohen Mindestumwandlungssatz gesetzlich festhalten, subventionieren die Aktivversicherten mit ihren Beiträgen und ihrem Performanceverzicht die zu hohe Rente der Rentenbezüger. Die jüngeren Versicherten hätten also ein grosses Interesse, dass der Umwandlungssatz versicherungstechnisch korrekt festgelegt wird.
Es wäre schön, wenn gerade jüngere Versicherte ihre Interessen verstärkt wahrnehmen würden. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist es, dass die Bundesverwaltung der gesetzlich vorgeschriebene Mindestumwandlungssatz senken möchte - noch besser wäre der Verzicht solcher Grössen im Gesetz.

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