Spitzenspiele im Fussball und Eishockey kosten eine Stange Geld. Wieso den Steuerzahler? Trotz verschiedener Beiträge von Fans und "Fans" für mich nicht klar.

Meine Beiträge zum Thema Hooliganismus bzw. Sicherheitskosten bei Fussball- und Eishockeyspielen haben Wellen geworfen. In erster Linie haben sich Fussballfans – und solche, welche sich dafür halten – gemeldet. Aber auch andere Stimmen kamen auf.

Wie kam ich überhaupt auf dieses Thema?

Seit 10 Jahren bin ich Präsident des Berner Polizeiverbandes. Wir haben festgestellt, dass in den letzten Jahren die Belastung der Polizistinnen und Polizisten durch Ordnungsdienste massiv angestiegen ist. Waren vor 10 Jahren 1-3 Ordnungsdiensteinsätze pro Jahr die Regel, so sind es heute häufig 3 oder mehr Einsätze pro Monat. Eine massive Belastung. Die auch kostet.

Ich habe mich gefragt, an was das liegt. Mehr Staatsempfänge? Mehr Repräsentationen der Politik? Mehr Demonstrationen politischer oder anderer Art? Nein. Diese Zahlen blieben mehr oder minder gleich. Was hingegen explodiert ist, das sind die Einsatzstunden, welche anlässlich von Fussball- und Eishockeyspielen geleistet werden müssen. In meinem Blog Beitrag http://www.markusmeyer.ch/1140/hooligans-und-der-steuerzahler-muss-blechen habe ich einige zusammengetragen.

Dann musste ich auch zur Kenntnis nehmen, dass die Verantwortlichen der Spitzenklubs sich da doch sehr vornehm zurücklehnen. Was ausserhalb des Stadions ist, das geht sie nichts an.

Ich möchte hier in aller Deutlichkeit festhalten, dass es mir nicht um Fussball oder Eishockey im Gesamten geht. Ich habe drei Kinder, alle drei spielen Fussball. Ich nehme dort mit grossem Respekt zur Kenntnis, wie eben viele Funktionäre ehrenamtlich wirken, die Kinder begeistern.

Das darf aber nicht dazu verleiten, die Augen vor effektiven Missständen zu verschliessen. Wenn Spitzenspiele nur noch durchgeführt werden können, wenn Hunderte von Polizisten und privaten Sicherheitsleuten aufgeboten werden, wenn es zur Gewohnheit wird, dass nach Spitzenspielen Schaufenster eingeworfen und Züge verwüstet und friedliche Fans sowie Polizisten angegriffen werden, dann hat die Gesellschaft – und damit die Politik – ein Problem. Darauf weise ich hin. Darum kümmere ich mich. Sowohl in Wahlkampfzeiten als auch in anderen.

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