Wenn in der Schweiz über Villenzonen – ein schöneres Wort für Reichenghettos – nachgedacht wird, um reiche Personen anzulocken, dann läuft etwas falsch...

Wenn in der Schweiz laut über Villenzonen – ein schöneres Wort für Reichenghettos – nachgedacht wird, um reiche Schweizer und Ausländer anzulocken, dann läuft etwas falsch. Die Schweiz bietet viel, auch weil tagtäglich viele Menschen mit Durchschnittseinkommen über ihren Beruf hinaus für dieses Land engagieren. Darunter ist auch sehr viel Freiwilligenarbeit in Feuerwehren, Vereinen usw. Der Mittelstand stabilisiert unser Land und dies ist einer der Erfolgsfaktoren für die Schweiz. Es war ein Schuss vor den Bug der bürgerlichen Politmehrheit, als eine Mehrheit im Kanton Zürich für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung stimmte. Seit diesem Entscheid haben gemäss Statistiken einige pauschalbesteuerte Superreiche den Kanton verlassen. Mit der Mobilität dieser Menschen wird auch die Beibehaltung der Pauschalbesteuerung in anderen Kantonen der Schweiz begründet. Bei einer Abschaffung drohen sofortige Abwanderung und massive Steuerminderungen so die Befürworter. Doch wenn wir das ganze Szenario auf die globale Ebene ausdehnen – weil die Schweiz auch international im Wettbewerb steht – so könnten Pauschalbesteuerte morgen schon in einem ganz anderen Land leben. Wer garantiert uns, dass andere Länder unser System nicht kopieren und noch tiefere Steuern anbieten. Dies wiederum führt zu einer Nivellierung nach unten und wir pressen die Zitrone der Steuersenkungen noch weiter aus. Für mich ist dieser Weg langfristig nicht Ziel führend und nachhaltig. Die beschlossenen Verschärfungen des Bundesrates rund um die Pauschalbesteuerung illustrieren die Nervosität der Befürworter. Haben sie Angst vor der mehr Steuergerechtigkeit? Die Superreichen jedenfalls zeichnen nicht verantwortlich für die Stabilität unseres Landes, doch eine zu sehr fokussierte Politik auf diese kleine Minderheit kann die Stabilität der Schweiz gefährden.

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