Wirkungsorientierte Verwaltung: Eine weitere Oase der Lebensqualität wurde trockengelegt!

Nachdem uns die Konkurrenzwirtschaft neben der Verbesserung des materiellen Wohlstands auch eine gehörige Portion an Umweltproblemen und Problemen der Verteilungsgerechtigkeit beschert hat, hat das Konkurrenzprinzip auch das Personal im öffentlichen Dienst erfasst. Auch die Staatsangestellten werden jährlich leistungsmässig bewertet, kategorisiert und entsprechend entlöhnt.. Nach der Schule (Noten), dem Sport (Ranglisten), dem Militär (Grad) werden die Leute auch im Berufsleben in Tüchtigkeitskategorien eingeteilt. Der Solidaritätsgedanke, leistungsmässig schwächere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglicherweise etwas höher als aufgrund ihrer Leistung angemessen wäre zu entschädigen und leistungsmässig stärkere entsprechend etwas tiefer, ist auch im öffentlichen Bereich verschwunden. Der „American way of life“ hat auch in den Amtsstuben Einzug gehalten. Nach der Abschaffung des Beamtenstatus wird sich auch noch das Prinzip „hire and fire“ durchsetzen. Die Staatsangestellten können dann ausgewechselt und transferiert werden wie bei einer Fussballmannschaft. Immer mehr Leute freuen sich auf eine Zukunft, wo ihre Anstellung und Entlöhnung von den Launen des Top-Managements abhängt. Aber es bleibt ein Trost: Irgendwann wird es wieder Arbeitgeber geben, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur als Leistungs -und Funktionsträger in unterschiedlichen Leistungskategorien sehen, sondern als Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, die auch aufeinander Rücksicht nehmen können und aus Interesse an ihrem Beruf in einem Team arbeiten möchten, wo Solidarität noch etwas gilt. Und sie werden Erfolg haben.

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