Scheinbar positive Schlagzeilen zum Lehrstellenüberschuss überdecken den leidigen Umstand, dass für gute Schüler eine Lehre immer weniger interessant ist.

Vor 10 Jahren war es äusserst spannend, im Ausland die Möglichkeiten der Berufslehre und dem Studium auf dem zweiten Bildungsweg vorzustellen: Meist ist das Konzept einer fundierten Lehre unbekannt; wer was werden will, geht lange in die Schule.
Verlieren wir in der Schweiz nun immer mehr die hochqualifizierten Arbeitskräfte und bewegen uns hin zur scheinbar akademischen Gesellschaft wie in andern Ländern? Ich sehe darin nur beschränkt ein Vorteil. Die Stärke der Schweiz liegt bestimmt nicht in einer Menge von weniger gut qualifizierten Arbeitskräften, sondern in der Innovation, welche aus einer guten Balance von sehr guten Fachkräften und studierten Mitarbeitern entstehen kann.

Eine Berufslehre muss wieder so attraktiv werden, dass auch gute Schüler darin eine langfristige Perspektive sehen:

  • Innovativen KMU müssen derart unterstützt werden, dass sie mit wenigen und gut ausgebildeten Fachkräften Bestleistungen erziehlen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten/ Karrieren auf Basis einer Lehre müssen vermehrt gezeigt und beworben werden.
  • Fachhochschulen müssen sich klar im Zusammenhang mit einem Berufs-anschliessenden Studium auf dem zweiten Bildungsweg positionieren - und nicht der Versuchung verfallen, ein Pendant, Zulieferer oder gar Fangnetz zu Universitäten und Hochschulen zu werden.
  • Fachkräfte müssen einen Lohn erhalten, der Ihrem KnowHow und Wert entspricht.
  • Entsprechend darf die rein akademische Qualifikation für eine Fachkrafts-Arbeitsstelle nicht zu einem überhöhten Lohn führen.
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