Bildungsinhalte: Sollen die Schulen nur noch wirtschaftlich verwertbare Bildungsinhalte lehren?

Ein wirksames Mittel, den Trend zu den „weichen“ Fächern zu stoppen, läge darin, den Schwerpunkt der Bildungsinhalte schon in der Mittelschule auf Mathematik, Wirtschaft und Technik zu legen, dies auf Kosten der sprachlichen und musischen Fächer, der Geographie und der Geschichte. Im Weiteren könnte an den Hochschulen durch entsprechende Studienbedingungen eine Umlenkung der Studierendenzahlen auf die von der Wirtschaft bevorzugten Studienrichtungen versucht werden. Bildung ist allerdings mehr als Vorbereitung auf einen Beruf. Die Freizeitgestaltung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein; im Leben und der Politik sind wir ständig mit gesellschaftspolitischen Fragen konfrontiert; wir müssen Werturteile fällen. Die Orientierung im Leben erfordert mehr als das beruflich verwertbare Wissen. Was dazugehört muss immer wieder neu geprüft werden. Der Lehrplan 21 böte Gelegenheit dazu. Bis heute wurde dieser Lehrplan nur in den Fachgremien der Kantone diskutiert und nicht in der breiten Öffentlichkeit. Wenn ich von Zeit zu Zeit lese, welche Widerstände aus LehrerInnenkreise nur kleinste Veränderungen in der Fächer- und Stundentafel oder in Promotionsverordnungen verursachen, habe ich Zweifel an der Reformierbarkeit des Lehrplans.

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