Die SNB darf nicht auf den Devisenmärkten intervenieren!

Vergeblich hat die SNB versucht, am Devisenmarkt zu intervenieren und zu verhindern, dass der Frankenkurs über seinen "richtigen" Wert steigt. Dies ist aus den nachfolgenden fünf Gründen problematisch.

Erstens ist es nicht Aufgabe der SNB, weder die Exportwirtschaft noch den Finanzplatz zu stützen. Sie hat einzig dafür zu sorgen, dass die Inflation in der Schweiz nahe bei, jedoch unter 2% liegt. Unsere Nationalbank soll sich auf ihr eigentliches Ziel und ihren gesetzlichen Auftrag konzentrieren und keine Industriepolitik betreiben!

Zweitens stellt sich bei einer Intervention die Frage, welcher Frankenkurs "angemessen" bzw. "richtig" ist. Da diesbezüglich die Haltungen von verschiedenen Sektoren unserer Wirtschaft und von verschiedenen Gruppen unserer Bevölkerung divergieren, soll sich die SNB nicht in diese Debatte einmischen und die Preisbildung im Devisenmarkt den Mechanismen von Angebot und Nachfrage überlassen.

Drittens ist die Stärke des Frankens gegenüber anderen Währungen durchaus nachvollziehbar: Die EU fällt durch eine immer widersprüchlichere, intransparentere und undemokratischere Wirtschafts- und Geldpolitik auf. Die USA stehen vor einem rekordhohen Schuldenberg und finden keinen Weg, diese Tendenz umzukehren. Die Schweiz steht im Gegensatz dazu dank unserer unabhängigen Nationalbank und unserer durch die Schuldenbremse gezügelten Fiskalpolitik ausserordentlich gut da. So ist es kein Wunder, wenn Investoren ihr Geld vermehrt in der Schweiz anlegen. Nicht zuletzt ist auch zu beachten, dass diese Kapitalströme auch dazu beitragen, dass die Zinsen in der Schweiz ausserordentlich tief sind.

Viertens ist es erwiesen, dass diese Interventionen am Devisenmarkt langfristig nicht gegen den fundamentalen Trend ankämpfen können. Auch darum soll es die SNB den Devisenmärkten überlassen, die relative politische und wirtschaftliche Stabilität der verschiedenen Länder abzuwägen und aufgrund dieser Informationen die Preise zu bilden.

Fünftens trägt die SNB aufgrund dieser Interventionen ein enormes Währungsrisiko, welches ihr bereits grosse Verluste beschert hat. Diese Verluste sind zwar aus wirtschaftlicher Sicht nicht allzu problematisch, führen jedoch zu Kritik von politischer Seite. Dies gefährdet die Unabhängigkeit unserer Nationalbank von den Einflüssen der Politik!

Die SNB darf nicht auf den Devisenmärkten intervenieren! Sie gefährdet dadurch die Erreichung ihres eigentlichen Ziels, masst sich zusätzliche Kompetenzen an und gefährdet damit nicht zuletzt ihre extrem wichtige institutionelle Unabhängigkeit.

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