Hooligans: und der Steuerzahler zahlt....

Basler Fans stürmen das Zürcher Letzigrund, zerschlagen WC’s, Imbissstände, Kassenhäuschen. Vermummte YB-Fans attakieren den Zug der Thuner Fans. Kaum ein Topliga-Fussball- oder Eishockeyspiel kann mehr ohne Polizeipräsenz durchgeführt werden.

Und wer zahlt die Zeche? Natürlich: der Steuerzahler! Dies insbesondere im Kanton Bern. Mir leuchtet das nicht ein. Wieso sollen wir in die Tasche greifen müssen, während im Fussball das grosse Geld gemacht wird?

Die Entwicklung nimmt kein Ende. Hier einige Zahlen aus dem Kanton Bern: die Kosten für die Polizeieinsätze bei Fussball- und Eishockeyspielen haben sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

  • 2008: CHF 2,7 Mio. (ohne Euro 08)
  • 2009: CHF 5,4 Mio. (ohne Eishockey-WM)
  • 2010: CHF 7 Mio.

Wie lange schauen wir hier noch zu, ohne dass wir die Spitzenklubs in die Verantwortung nehmen? Der Kommandant der Berner Kantonspolizei, Dr. Stefan Blättler äussert sich im “Bund” vom 18. Mai 2011 mit deutlichen Worten: “Wir müssen ganz eindeutig den Druck auf die Klubs erhöhen, denn offensichtlich können sie sich so lange wohlfühlen, wie der Staat die Folgen der Exzesse selber ausbadet.” Blättler verlangt ausdrücklich die Möglichkeiten, Spiele abzubrechen, nicht zu bewilligen oder die Kosten der Einsätze voll auf die Klubs zu überwälzen.

Ebenso deutlich geäussert hat sich in der Sonntagspresse die St. Galler-Polizeidirektorin Karin Keller-Sutter. Sie machte deutlich, dass die Klubs diese Art von Fans lange Zeit toleriert oder gar gefördert haben.

Für mich gilt halt auch hier: Verursacherprinzip! Ich hoffe sehr und wünsche mir, dass die Politik hier konsequent eingreift und es nicht bei verbalen Bekenntnissen belässt.

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