Wachstum bremsen: Auch Raumplanung ist gefordert!

Das starke Bevölkerungswachstum im Aar­gau be­deu­tet nicht, dass damit auch alle Aar­gaue­rin­nen und Aar­gauer wohl­ha­ben­der wer­den. So ist das Volks­ein­kom­men pro Kopf von 2000 bis 2008 im Aar­gau um 8 Pro­zent ge­stie­gen, die Teue­rung im glei­chen Zeit­raum aber um 10 Pro­zent. Das heisst, der durch­schnitt­li­che persönlichen Wohl­stand hat in die­ser Wachs­tums­phase sta­gniert, dies bei einer Zu­nahme der Bevölkerung um 49'000 Per­so­nen oder 9 Pro­zent.

Noch stärker gestiegen als die Bevölkerungszahl ist die Zahl der neuen Wohnungen (+12%), da die durchschnittliche Zahl der Personen pro Wohnung immer noch sinkt und vermehrt Zweitwohnungen erstellt werden. Damit verbunden ist natürlich eine Ausdehnung der Siedlungsfläche, ein Nachholbedarf bei der Infrastruktur sowie eine Zunahme des Energieverbrauchs und der Umweltbelastung.

Es wäre weit besser, die wirtschaftliche Produktivität pro Kopf und Quadratmeter Siedlungsfläche zu steigern als nur das Siedlungsflächenwachs​tum anzukurbeln. Solange aber die Gemeinden die Hauptakteure in der schweizerischen Raumplanung sind, kann diesem Wachstum keine wirksame Grenze gesetzt werden. Ihre Expansionswünsche werden meist erfüllt, auch wenn die Kantonsregierungen und der Bund teilweise Gegensteuer geben. Nur mit einer Beschränkung des Baulandverbrauchs, wie sie die Landschaftsschutz-Ini​tiative auf Bundesebene anstrebt, kann das Siedlungsflächenwachs​tum in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Diese Beschränkung wird das Bauland tendenziell zwar verteuern, aber einen erwünschten Druck auf eine bessere Ausnützung des Baulandes und auf eine Produktivitätserhöhun​g der Wirtschaft erzeugen.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Raumplanung»

zurück zum Seitenanfang