Negativzinsen: Flucht in den Schweizer Franken bekämpfen!

Die Ex­port­wirt­schaft und der Tou­ris­mus in der Schweiz lei­den seit Mo­na­ten unter dem hohen Fran­ken­kurs. Weil der An­kauf von Euros durch die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) keine Wir­kung ge­zeigt hat, bleibt nur noch ein Mit­tel gegen die Flucht in den Schwei­zer Fran­ken: Ne­ga­tiv­zin­sen, also eine Kom­mis­sion (Strafgebühr), wel­che auf die Ein­la­gen von Ausländern be­rech­net wird. Es ist unverständlich, wieso die SNB nicht schon lange diese Mass­nahme zu­min­dest angekündigt hat, um die Spe­ku­lan­ten zu ver­un­si­chern. Zudem könnte damit auch die Ge­fahr einer De­fla­tion ver­min­dert wer­den.

In der Schweiz gab es schon in den 60er-Jahren einerseits eine Verordnung mit der Möglichkeit des Verbots einer Verzinsung auf Frankenanlagen von ausländischen Investoren und andererseits die Möglichkeit einer Erhebung von Negativzinsen von bis zu 10 Prozent pro Vierteljahr. In der Regel gilt eine solche Festlegung nicht von Beginn an, sondern wird erst dann angewendet, wenn z. B. ein gewisser Saldo oder eine vorgegebene Laufzeit überschritten wird. Angewendet wurde die Verordnung Mitte der 60er-Jahre und von Ende Juni 1971 mit Unterbrüchen bis November 1979. In den 70er-Jahren gab es ähnlich wie heute einen grossen Kapitalfluss in die Schweiz. Der Hintergrund: Das internationale Währungssystem befand sich nach der Auflösung des Bretton-Woods-Systems​ mit festen Wechselkursen in einem Zustand der Verunsicherung.

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