Günstige Immobilien werden überall knapp. Dafür gibt es mehr Gründe, alls nur die Personenfreizügigkeit.

Dass die Personenfreizügigkeit zu einem Nachfrageüberhang geführt hat ist richtig. Gut bezahlte Einwanderer fragen nach gutem Wohnraum, die Nachfrage führt zu höheren Preisen.

Doch zweitens bekommt ein Investor für die Sanierung Subventionen, sobald er energetische Massnahmen ergreift. Das führt zum beschleunigten Verschwinden von günstigen Altbauten, die sanierten Wohnungen werden teurer vermietet.

Und Drittens sind da die Pensionskassen, die im zwangsgesparten Geld schwimmen und deren Anlagevorschriften diese fast schon zwingen, in Immobilien zu investieren. Auch hier beflügelt die Nachfrage den Preis.

Alle drei Gründe wurden aber in der Vergangenheit vom Souverän oder dessen parlamentarischer Vertretung mit hohem Mehr angenommen. Personenfreizügigkeit, Energiesubventionen und die 3. Säule sind demokratisch legitimiert. Man kann eben nicht den Fünfer, das Weggli und die Bäckersfrau dazu haben.

Es passt dazu, dass dieselben Kreise, die früher nach diesen drei Massnahmen gerufen haben, nun gesetzliche Deckel für Mietpreise fordern. Doch damit gelangen wir vom Regen in die Traufe. Schäden durch staatliche Intervention können nicht durch noch mehr staatliche Intervention behoben werden.

Bei der Personenfreizügigkeit muss der volkswirtschaftliche Schaden dem Nutzen gegenübergestellt werden. Dann wird sich zeigen, was überwiegt.

Die Subentioniererei gehört sowieso auf den Misthaufen der Zeitgeschichte. Deren negative Auswirkungen sind längstens mehrfach dokumentiert, es fehlt nur noch die politische Einsicht, dass ohne diese vieles gerechter laufen würde.

Bei den Pensionskassen wiederum müssen wir uns überlegen, ob das strenge Korsett, einerseits bei der Zwangszugehörigkeit zur Kasse des Arbeitgebers, andererseits bei den Anlagevorschriften nicht preisgegeben werden könnte. Könnte jeder seine Pensionskasse selber wählen, so würden diese auf unterschiedliche Risikoprofile abgestimmte Lösungen anbieten.

Damit würde ein Teil der Zwangssparkapitalien in risikoreichere Anlagen umgeschichtet. Wer ein solches Modell wählt, weil das seinem Risikoprofil angemessen ist, muss allerdings im Schadensfall auch bereit sein, diesen ohne Murren zu tragen.

Dann gibt es noch eine vierte Lösung: Genossenschaftlichen Wohnungsbau. Leider ist dieser negativ vorbelastet, da Gemeinden diesen oft mit hohen zinsarmen oder -freien Krediten alimentieren oder ein Baurecht zum Dumpingzins vergeben. Aber dagegen, dass sich leistungsbereite Mittelständler zusammentun und Wohnbaugenossenschaften gründen wäre bestimmt nichts einzuwenden.

Aufgabe der Gemeinde wäre in diesem Szenario, diesen möglichst unbürokratisch alle Steine aus dem Weg zur Baubewilligung zu räumen. Aller voraussicht nach würde es zur Zeit aber vor allem daran scheitern.

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