Bürgerliche Sozialpolitik oder "bürgerliche" Sozialpolitik, das ist hier die Frage. Zu fordern ist eine waschecht bürgerliche Sozialpolitik.

"Bürgerliche" Sozialpolitik vom Feinsten gibt es unter dem Titel "Dutzende haben gefragt, ob der Putzjob noch frei ist" hier nachzulesen: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/linkes-ufer/Dutzende-haben-gefragt-ob-der-Putzjob-noch-frei-ist/story/25603310

Zugegeben, Sozialpolitik fängt nicht erst bei der Sozialhilfe und den Sozialversicherungen an. Sozialpolitik reicht weit über diese Bereiche hinaus und ist gesamthaft ein sehr komplexer Bereich der Politik.
Meiner Meinung nach sind Bildung und existenzsichernde Arbeitsplätze das A und O jeder Sozialpolitik. Die Volksgesundheit ausserdem ist das Fundament jeder Sozialpolitik. Denn kranke Menschen sind nicht leistungsfähig. Eine waschecht bürgerliche Sozialpolitik setzt zuerst auf eine intakte Volksgesundheit, auf eine solide Bildung und Ausbildung aller und auf eine Wirtschaft, die allen existenzsichernde Arbeitsplätze bietet.
Dazu braucht es flankierende Massnahmen, um das Abgleiten von Menschen in Lebenssituation, in denen sie ihre eigene Existenz nicht mehr selber sichern können oder, schlimmer noch, sie gefährden, abzufangen. Das ist der Bereich, den viele gemeinhin unter "Sozialpolitik" verstehen. Spart man hier am falschen Ende, konkret beim präventiven, frühzeitigen Begleiten und Abfangen bzw. Unterstützen, werden die Kosten bei einer verschlimmerten Situation einfach weitaus grösser. Eine waschecht bürgerliche, pragmatische Sozialpolitik setzt im Bereich der flankierenden Massnahmen auf niederschwellige Hilfe, die rasch und unbürokratisch geleistet wird, bevor überhaupt schwere Fälle, die womöglich nur langfristig "saniert" bzw. "reintegriert" werden können entstehen. Aber, wie oben erwähnt, Sozialpolitik setzt generell noch viel früher ein. Im Grunde gehört schon das Vermitteln von Werten dazu, was in einer Gesellschaft, die Staat und Kirche trennt, zur Zeit von den Kirchen übernommen wird, soweit nicht die Erziehenden sie übernehmen; doch erhalten wir da ein grosses Problem: unsere Gesellschaft pfeift ja inzwischen auf zahllose Werte, die man uns früher noch mitgegeben hat.

Die zwei Säulen einer waschecht bürgerlichen Sozialpolitik sind Bildung und eine existenzsichernde Arbeitsplätze bietende Volkswirtschaft. Sie sind zu errichten auf dem Fundament einer kerngesunden Volksgesundheit. Mit flankierenden, niederschwelligen Angeboten ist Prävention zu treiben, um jeden Fall, der massive Sozialausgaben erfordert, zu verhindern, so lange man ihn noch verhindern kann. Frühzeitige Wertvermittlung in der Erziehung sodann ist das Tüpfchen aufs i.

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