Ist das Volk auch bereit, den Politikern mehr Lohn zu bezahlen?

Statt sich nur über die angeblich gekauften Politiker zu ärgern, müssen wir der Realität in das Auge sehen. Unsere National- und Ständeräte werden nicht fürstlich entlöhnt. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Mandat wird immer schwieriger. Wer nicht selbstständig erwerbend ist, hat gewisse Konflikte. Wer im Parlament arbeitet, muss sehr flexibel sein. Das alte, romantische Bild vom zufriedenen Notar, den berufenen Lehrer, dem zerzausten Professor, dem gutherzigen Arzt, der ehrgeizigen Anwältin oder vom glücklichen Bauern der zwischendurch nach Bundesbern muss, gehört der Vergangenheit an. Das Milizparlament ist sicher die beste Form. Aber sie haben auch mehr zu tun als früher und sind gezwungen, schneller zu reagieren. Reagiert heute ein Politiker nicht gleich, wirft man ihm Faulheit vor. Früher war es auch noch erlaubt, nach der Arbeit um 18:15 auf etwas zu reagieren. Das führt dazu, dass immer mehr Politiker von ihrem Amt als NR oder SR leben. Aber um alles zu finanzieren, ist dieser Lohn einfach zu klein. Entweder lassen sie sich irgendwo anstellen und sind dann für die Öffentlichkeitsarbeit, sprich lobbieren, zuständig, oder sie nehmen VR-Mandate an.
Vielleicht sollten wir unsere Parlamentarier einfach besser entlöhnen oder ihnen das Geld für eine Sekretärin oder einen politischen Assistenten zur Verfügung stellen. Weil dann könnten viele auch unabhängiger sein und wären wohl resistenter gegen die mächtigen Konzerne.

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