Datenschutz ist wohl wichtig, aber die Bürger verzichten freiwillig darauf. Das ist zu respektieren.

Wie wichtig der Datenschutz dem Bürger ist, hat die Abstimmung über den biometrischen Pass deutlich gezeigt: Die Reisefreiheit, und zwar subito, war wichtiger, als eine differenzierte Lösung, wo das Individuum hätte wählen können, ob er seinen Pass mit oder ohne biometrische Daten ausrüsten möchte.

Es ist ferner erstaunlich, wie sorglos die Leute ihre wertvollen Daten den Grossverteilern anvertrauen, nur um sich einen kleinen Rabatt oder ein paar nutzlose Staubfänger zu sichern. Stichwort Kundenkarte.

Auch wenn all das stossend ist, so darf es aber nicht davon ablenken, dass jedes dieser Indiviuen eigenverantwortlich handelt und folglich für die Konsequenzen seines Tuns selber verantwortlich ist. In einer Demokratie ist dies zu respektieren.

Warnungen vor rüden Eingriffen in die digitale Privatsphäre sind zwar gerechtfertigt. Möglicherweise will man aber oft einfach den Schnüffelstaat anprangern, um von den absurden Auswüchsen des Bevormundungs- und Umverteilungsstaates abzulenken. Hier ist viel Heuchelei im Spiel.

Während man nämlich den Einzelnen vor dem Fichiert- oder Gefilmt-Werden bewahren will, traut man ihm aber nicht zu, wichtige Finanz-, Versicherungs- und Vorsorgeentscheide eigenständig zu treffen. Die Freiheit der Menschen ist heute in viel bedeutenderem Ausmass durch schleichende wohlfahrtsstaatliche Aushöhlung, durch freiheits- und wirtschaftsfeindliche Besteuerung und zunehmende Bevormundung durch Reglementierung bedroht, als durch technische Überwachungsmassnahmen.

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