Terrorismus lässt sich nicht nur militärisch bekämpfen, dies reicht höchstens für den harten Kern.

Nach 10 Jahren Jagd auf Osama Bin Laden haben die Vereinigten Staaten diese scheinbar beendet. Gemäss amerikanischen Quellen und darum scheinbar, ohne hier in Verschwörungstheorien verfallen zu wollen. Trotzdem war das Verhältnis zwischen Bin Laden und den USA auch schon mal ganz anders als feindlich. Während der sowjetischen Besatzung Afghanistans war Bin Laden gar der Freund Amerikas und wurde entsprechend mit Waffen und Know How versorgt. Dieses Phänomen der wechselnden Feind-Freund Beziehung erinnert an Saddam Hussein und weitere Despoten. Niemand oder wohl die wenigsten Menschen in Europa werden den Tod Bin Ladens bedauern, doch die Freudenfeste in den USA sind für mich schon ein bisschen befremdlich. Ähnlich befremdlich wie die Todesstrafe, welche in Amerika nach wie vor praktiziert wird. Die Reaktionen und Kommentare, dass die Angehörigen der Opfer vom 11. September nun Genugtuung empfinden würden, sagen sehr viel über die Denkweise der Amerikaner aus und erinnern sehr stark an das oft zitierte „Aug um Aug, Zahn um Zahn“. Leider bringt der Tod des Verbrechers und Terroristen Bin Laden die Opfer des 11. Septembers nicht zurück und auch für Al Qaida bedeutet dies nicht das Ende. Allenfalls eine Schwächung. Doch auf der anderen Seite tun wir im Westen jeden nach wie vor sehr viel, dass die terroristischen Extremisten wieder neue Mitglieder rekrutieren können. Terrorismus lässt sich nicht nur militärisch bekämpfen, dies reicht höchstens für den harten Kern. Die Triebfedern wie Ungleichheit, Unterdrückung, Perspektivlosigkeit, Armut usw. müssen wir noch viel gezielter angehen, um die neuen potentiellen Terroristen von morgen, gar nicht in Versuchung zu bringen.

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