Die Basisstufe bringt in der Sozial- und Selbstkompetenz genau jenen Gewinn, welcher heute in der Arbeitswelt vermisst wird oder sicher untervertreten ist.

Wer heute Teil der Wirtschaftswelt ist und sich insbesondere mit Personalführung auseinandersetzt, stösst mehr und mehr auf den neudeutschen Begriff Soft Skills oder Sozialkompetenz. Noch heute ist die mangelnde oder gar nicht vorhandene Sozialkompetenz der Makel vieler Führungspersonen. Dies wiederum belastet das Betriebsklima, führt zu unnötigen Kündigungen und in nicht wenigen Fällen zu Krankheiten und Ausfällen von Mitarbeitern. Was aber hat dies alles mit der schulischen Basisstufe zu tun?

Eine schweizweite Studie hat kürzlich ergeben, dass in der Basisstufe die Sozial- und Selbstkompetenz der Kinder besser gefördert wird als im normalen Kindergarten, dass aber bei der Sachkompetenz keine signifikanten Unterschiede erkennbar sind. Also bringt die Basisstufe genau jenen Gewinn, welcher heute in der Arbeitswelt vermisst wird oder sicher untervertreten ist. Insofern ist für mich klar, dass sich die Basisstufe in unseren Schulen etablieren wird und auch muss.

Im revidierten Volksschul-Bildungsgesetz, über welches am 15. Mai an der Urne abgestimmt wird, geht es auch um Chancengleichheit. Viele Kinder in unserem Kanton gehen schon heute und freiwillig zwei Jahre in den Kindergarten. Leider ist dies bisher «nur» in der Hälfte der Luzerner Gemeinden überhaupt möglich. Insofern ist es nur konsequent, wenn alle Gemeinden ein zweites Kinderartenjahr anbieten müssen. Aber eben: anbieten, denn der Besuch bleibt ja weiterhin freiwillig.

Was die SVP-Plakate mit den weinenden Kindern in diesem Zusammenhang sollen, bleibt mir ein Rätsel. Eine Partei, welche sich gerne als Wirtschaftspartei bezeichnet, müsste vielmehr die Frage beantworten, warum sie für die Wirtschaft immer Wachstum und Fortschritt predigt, die Schule jedoch nicht dahingehend zeitgerecht reformieren will.

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