Die SVP Saat ist aufgegangen

Spätestens mit den Minarett-Raketen hat die SVP unser Land in tiefste Schwarzenbachzeiten zurückgebombt. Ausländerfeindlichkeit ist wieder o.k. Ausländer sind erneut Menschen zweiter Klasse. Sie werden zusätzlich bestraft, ihre Baugesuche von Glaubenssymbolen unterschiedlich gehandhabt und jetzt sollen über Pseudolenkungs-Massnahmen Mitmenschen mit anderen Pässen auch noch auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden.

Dies haben wir der niederträchtigen und hinterhältigen Propaganda der SVP zu verdanken UND der Unfähigkeit von uns freiheitlich denkenden Menschen, dass wir dem nicht vorher einen Riegel schoben.

An der richtigen Fragestellung vorbei

Richtig, ein erster Blick auf die Statistik lässt den Schluss zu, die Ausländer sind unser Problem. Sie sind mehr im Gefängnis, sie beziehen mehr Arbeitslosengeld und sind überproportional oft Sozialhilfebezüger.

Die wenigsten machen sich die Mühe, kritisch zu hinterfragen, warum dies so ist.

Leider stellen viel zu wenig Leute fest, dass diese Situation mehr mit der Bildung und Armut zu tun hat, als mit Ausländer zu sein. Ungelernte sind häufiger arbeitslos als solche mit Lehrabschluss. Und Lehrabschlussgänger sind häufiger arbeitslos als Leute mit einem Studium.

Auch sollten wir uns Fragen, wer gehört zur Risikogruppe Armut? Dann sehen wir schnell, dass alleinerziehende Frauen mit einem tiefen Bildungsniveau, möglicherweise noch aus dem Ausland stammend, aber auch Familien mit mehr als zwei Kindern oder allein lebende Männer ein besonders hohes Risiko aufweisen, zu den armutsbetroffenen Gruppen der Bevölkerung zu gehören.

Bleiben wir weiter dran, sollten wir uns fragen, welche Risikofaktoren im Leben erhöhen die Gefahr des finanziellen Abstiegs. Das Verarmungsrisiko beeinflussen, etwa der Übergang von der Ausbildung zum Berufsleben, die Familiengründung, aber auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Trennung in einer Beziehung.

Liebe Mit-Schweizer, bevor ihr alles auf die Ausländer abschiebt, macht euch doch bitte nochmals Gedanken, ob die Rezepte der SVP wirklich funktionieren. Sollten sie es nicht tun, haben wir nichts zur Verbesserung der Situation gemacht.

Arbeitslosigkeit, Armut und Sozialkosten sind zu wichtige Themen, um auf einfache Scheinlösungen hereinzufallen.

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